MasterClass

Empowerment Training für BIPoC Psychologische Psychotherapeut:innen

An dieser Veranstaltung nehmen psychologische Psychotherapeut:innen mit sogenanntem Migrationshintergrund, Schwarze Deutsche, Deutsche mit Migrationshintergrund sowie Menschen teil die aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Nationalität oder ihrer natio-etho-kulturellen Herkunft in Deutschland rassistische Erfahrungen gemacht haben oder machen (BIPoCs*).

Im Empowerment-Training (ET) wird Raum und die Möglichkeit zum persönlichen Kennenlernen sowie zum Austausch über verschiedene kulturelle und politische Hintergründe gegeben – Aspekte, die im weißen Mehrheitskontext, etwa in der Ausbildung, in Kliniken und in ambulanten Praxen, häufig unsichtbar bleiben, obwohl sie in der Versorgung eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Gemeinsamer Ausgangspunkt sind die Erfahrungen von Rassismus – sowohl auf persönlicher als auch auf struktureller Ebene. Diese Erfahrungen unterscheiden sich in Form, Intensität und Ausprägung. Verbindend bleibt jedoch der Grund für die Diskriminierung: die dunklere Hautfarbe und die Herkunft, die im Rassismus als Vorwand dienen, um zu definieren, wer Mitglied der deutschen Mehrheitsgesellschaft ist – und wer nicht.

Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen:

Wie können wir trotz der täglichen Wirklichkeit sowie Erfahrung von Rassismus unserer Profession nachgehen?

Wie können wir konstruktiv Vorbilder und Unterstützer:innen als psychologische Psychotherapeut:innen (PP) für kommende Generationen von PP sein?

Und was können wir tun, um Rassismus sichtbar zu machen und zu verringern?

Die einzelnen Arbeitsphasen im Training orientieren sich an den Fragen und Interessen der PP. Dabei wechseln sich Informations-, Verarbeitungs- und Reflexionsphasen ab. Vorgesehen sind unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit: im Plenum, in Gruppen- oder Partnerarbeit sowie mithilfe von Rollenspielen, Arbeitsblättern, Aufsätzen und Videobeiträgen.

Eine durchgehende Teilnahme an beiden Trainingstagen ist unbedingt erforderlich.

Das Training findet in deutscher Sprache statt. Als teilnehmende Person sollten Sie Ihre Deutschkenntnisse so einschätzen, dass Sie sich die Teilnahme an einem Training in deutscher Sprache zutrauen.

*BIPoC Die Abkürzung „B(I)PoC“ ist ein Begriff, der sich auf Schwarze, Indigene und People of Color bezieht. Mit dem Begriff sollen explizit Schwarze und indigene Identitäten sichtbar gemacht werden, um Antischwarzem Rassismus und der Unsichtbarkeit indigener Gemeinschaften entgegenzuwirken. Der Begriff soll die spezifische Gewalt, kulturelle Auslöschung und Diskriminierung hervorheben, die Schwarze und indigene Menschen erfahren. Außerdem versucht er die oben genannten Communities zu vereinen. Trotzdem soll die Tatsache unterstrichen werden, dass nicht alle People of Color die gleichen Erfahrungen machen, insbesondere wenn es um systemische Unterdrückung geht. Der Begriff ist politisch, weil er selbstdefinierend und ermächtigend ist. Die Bezeichnung wird sowohl auf aktivistische als auch auf wissenschaftliche Weise verwendet. People of Color
Person of Color (Plural: People of Color, abgekürzt PoC) ist eine Bezeichnung für Menschen, die von der Mehrheitsgesellschaft als nicht-weiß angesehen werden und sich aufgrund ethnischer Zugehörigkeit Alltags- und anderen Formen von Rassismus ausgesetzt sind. In Deutschland wird der Begriff bisher eher im akademischen Kontext und als Selbstbezeichnung verwendet. People of Color bezieht sich auf alle ethnisierten Menschen, die zu unterschiedlichen Teilen afrikanischer, asiatischer, lateinamerikanischer, arabischer, jüdischer, indigener oder pazifischer Abstammung oder Herkunft sind. Es verbindet diejenigen, die von der weißen Dominanzkultur ausgegrenzt werden, um antirassistische Interventionen und Allianzen zu stärken.

Rassismussensible Psychotherapie – Wie geht das?

Erlebnisorientiertes Anti-Rassismus-Training für Psychotherapeut:innen, die nicht von Rassismus betroffen sind

Rassismus kann zur Entstehung und/oder Verschlechterung psychischer Erkrankungen beitragen. Die Entwicklung einer rassismussensiblen Haltung sowie die Reflexion der eigenen sozialen Stellung und Privilegien ist jedoch selten Teil der psychotherapeutischen Ausbildung. Umso wichtiger ist es, dass sich Psychotherapeut:innen mit ihrer eigenen kulturellen Identität und der damit verbundenen Bedeutung im Therapieprozess beschäftigen, um unbewusste Diskriminierung in der Psychotherapie zu vermeiden und beispielsweise rassistische Mikroaggressionen bei Patient:innen oder auch bei sich selbst zu erkennen und einen Umgang damit zu finden.

Der Workshop lädt dazu ein, sich sowohl auf kognitiver als auch auf emotionaler Ebene mit Rassismus auseinanderzusetzen. Dabei werden die Geschichte und typische Mechanismen von Rassismus beleuchtet und konkrete Vorurteile sowie Bilder reflektiert. Um Rassismus zu erkennen und diesem couragiert entgegentreten zu können, werden grundlegende Fertigkeiten zur Strategiebildung im Umgang mit Rassismus vermittelt.

Der Workshop könnte auch „Learning to be White“ genannt werden und richtet sich an Personen der weißen Mehrheitsgesellschaft. Niemand wird von der Teilnahme ausgeschlossen, jedoch ist dieser Workshop nicht auf die Belange und Bedürfnisse von Menschen zugeschnitten, die durch Rassismus (strukturell) benachteiligt sind.

Da es sich um einen ich-nahen, prozessorientierten Workshop handelt, bei dem die Übungen aufeinander aufbauen und die Gruppe Tempo und Kurs bestimmt, gehen wir von einer verbindlichen und kontinuierlichen Anwesenheit aus. Dabei kommen verschiedene Methoden und Medien zum Einsatz.

Häufigste Fragen

Das Empowerment-Training bietet Psychologischen Psychotherapeut:innen mit Rassismuserfahrungen (BiPoCs) einen geschützten Raum für Austausch, Reflexion und Stärkung. Im Fokus stehen Strategien für den Umgang mit Rassismus im Berufsalltag und die Frage, wie zukünftige Generationen unterstützt werden können. Durch verschiedene Methoden wie Gruppenarbeit und Rollenspiele wird ein gemeinsames Lernen ermöglicht. Die Teilnahme an beiden Tagen ist verbindlich, das Training findet auf Deutsch statt.

Das Training Rassismussensible Psychotherapie unterstützt Psychotherapeut:innen dabei, eine rassismuskritische Haltung zu entwickeln. Es fördert die Reflexion der eigenen sozialen Position und Privilegien, um unbewusste Diskriminierung im Therapieprozess zu vermeiden. Inhalte sind u. a. die Auseinandersetzung mit rassistischen Mechanismen, Mikroaggressionen und Strategien für einen sensiblen Umgang mit Rassismus in der Psychotherapie. Das Training kombiniert kognitive und emotionale Lernprozesse durch Diskussionen, Reflexion und interaktive Methoden.

Die Kosten erfahren Sie auf Nachfrage.